Das Wichtigste in Kürze
- Eine Anfrage, ein Eintrag auf der Warteliste und ein bestätigter Termin sind unterschiedliche Schritte.
- Ein klarer Ablauf legt fest, wer Angaben prüft, Rückfragen klärt und den nächsten Schritt dokumentiert.
- Digitale Aufnahme kann deine Praxissoftware ergänzen. Übergaben zwischen den Werkzeugen müssen trotzdem geklärt sein.
Eine neue Anfrage kommt per Telefon, eine weitere per E-Mail. Die möglichen Zeiten stehen auf einem Zettel, und beim nächsten freien Termin beginnt die Suche von vorn. Digitale Patientenaufnahme hilft deiner Logopädie- oder Ergotherapiepraxis dann, wenn aus diesen einzelnen Angaben ein Ablauf wird, mit dem das ganze Team weiterarbeiten kann.
Dafür brauchst du zuerst eine gemeinsame Antwort auf drei Fragen: Was soll bei der ersten Anfrage geklärt werden? Wer prüft die Angaben? Und woran erkennt ihr, was als Nächstes zu tun ist? Ein Formular ist ein Teil davon. Die Organisation danach gehört genauso dazu.
Anfrage, Warteliste und Aufnahme unterscheiden
„Die Patientin ist aufgenommen“ kann im Team ganz Unterschiedliches bedeuten: Die Anfrage ist eingegangen, ein Wartelisteneintrag ist angelegt oder der erste Termin ist bereits vereinbart. Wenn alle dafür dasselbe Wort verwenden, entstehen leicht Missverständnisse.
Trennt deshalb die Schritte in eurem Ablauf:
- Anfrage eingegangen: Jemand möchte ein Therapieangebot und hat erste Angaben übermittelt.
- Angaben geprüft: Eine zuständige Person hat nachgesehen, was für die weitere Organisation vorliegt und welche Rückfrage noch offen ist.
- Auf der Warteliste: Die Praxis hält die Anfrage für ein späteres passendes Angebot fest.
- Termin angeboten: Die Praxis hat einen konkreten Termin vorgeschlagen. Die Antwort steht möglicherweise noch aus.
- Termin bestätigt: Die Zusage liegt vor; die weitere Vorbereitung kann nach eurem Praxisablauf erfolgen.
Das ist eine mögliche Arbeitseinteilung, keine Beschreibung vorgeschriebener Statusfelder. Wichtig ist, dass das Team dieselben Schritte meint. Ein Wartelisteneintrag allein ist noch keine Zusage für einen Therapieplatz.
Angaben nach ihrem Zweck ordnen
Überlegt für jedes Feld im ersten Formular, welche konkrete Entscheidung es unterstützen soll. Für die Organisation können etwa eine Kontaktmöglichkeit, der angefragte Fachbereich, der gewünschte Standort und mögliche Zeitfenster relevant sein. Welche Angaben eure Praxis tatsächlich benötigt, richtet sich nach eurem Aufnahmeablauf.
Bei Verfügbarkeiten hilft eine gemeinsame Darstellung. „Vormittags“ kann beispielsweise bedeuten, dass jemand jeden Vormittag kommen kann oder nur dienstags zwischen zwei Verpflichtungen. Klärt, wie genau die Angaben sein müssen, damit ihr später ein passendes Angebot machen könnt.
Legt auch fest, welche Informationen ihr erst nach einer Terminvereinbarung klärt. Der erste Kontakt, die Prüfung von Unterlagen und die spätere Therapiedokumentation erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Ein langes Erstformular sollte nicht daraus entstehen, dass ihr alle späteren Schritte vorsorglich zusammenfasst.
Datenschutz: Gesundheitsangaben brauchen besonderen Schutz
Fragt euer Website-Kontaktformular nach Störungsbild, Diagnose oder Beschwerden zusammen mit Kontaktdaten, erfasst ihr Gesundheitsdaten. Auch freiwillige Angaben im Freitextfeld können dazugehören. Für diese besonders geschützten Daten braucht ihr neben einer Rechtsgrundlage nach Art. 6 auch eine Ausnahme vom grundsätzlichen Verarbeitungsverbot nach Art. 9 DSGVO.
Die Abfrage ist also nicht pauschal verboten. Je nach Fall kommt etwa eine ausdrückliche, informierte Einwilligung infrage oder eine für die Versorgung oder Behandlung erforderliche Verarbeitung unter den gesetzlichen Voraussetzungen und der entsprechenden Geheimhaltungspflicht; dazu gehört § 22 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. b BDSG. Eine bloße Bestätigung „Datenschutzerklärung gelesen“ ersetzt keine ausdrückliche Einwilligung in die Verarbeitung von Gesundheitsdaten.
Erhebt nur die für den jeweiligen Zweck nötigen Angaben. Prüft sichere Übermittlung und Speicherung, begrenzte Zugriffsrechte und die eingebundenen Dienstleister. HTTPS für das Formular allein schützt noch keine anschließende E-Mail-Weiterleitung. Bei hohem Risiko verlangt die Datenschutzkonferenz für den E-Mail-Versand regelmäßig auch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Lasst Rechtsgrundlage, Datenschutzhinweise und den gesamten Datenweg für eure konkrete Praxis prüfen, bevor ihr solche Felder einrichtet.
Die Prüfung im Team verbindlich machen
Ein digitaler Eingang beantwortet noch nicht alle Fragen. Vielleicht fehlt ein Zeitfenster, die Kontaktangabe ist unklar oder die Anfrage muss erst einer zuständigen Person zugeordnet werden. Entscheidend ist, dass solche Fälle einen erkennbaren nächsten Schritt haben.
Vereinbart im Team:
- Wer sieht neue Anfragen durch?
- Wo wird eine offene Rückfrage festgehalten?
- Wer übernimmt diese Aufgabe bei Abwesenheit?
- Woran erkennt ihr, dass die Rückfrage geklärt ist?
- Wo steht der aktuelle Stand, damit nicht parallel an derselben Anfrage gearbeitet wird?
Fiktives Beispiel: Eine Person meldet sich für Ergotherapie und nennt als mögliche Zeit „Dienstag“. Die Praxis kann damit noch nicht einschätzen, ob ein Termin um 10 Uhr passt. Das Team hält die Rückfrage fest, eine zuständige Person klärt das Zeitfenster und ergänzt die Antwort am vereinbarten Ort. Der Wartelisteneintrag wird damit zur nutzbaren Arbeitsgrundlage.
Aus der Warteliste ein passendes Angebot machen
Eine gepflegte Warteliste hilft euch, wenn ein regelmäßiger Therapieplatz oder kurzfristig ein einzelner Termin frei wird. Dafür müssen die Angaben noch zum aktuellen Bedarf passen. Klärt in eurem Ablauf, wer Änderungen übernimmt und wie ihr mit Rückmeldungen umgeht.
Prüft bei einem konkreten Angebot die für eure Praxis relevanten Voraussetzungen und die hinterlegten Zeitfenster. Die Entscheidung, wen ihr einladet, bleibt bei euch. Ein technisch passendes Zeitfenster ersetzt keine fachliche Einschätzung.
Unterscheidet dabei einen einzelnen Ersatztermin von einem regelmäßigen Therapieplatz. Wer dienstags einmal kurzfristig kommen kann, ist möglicherweise nicht jede Woche zu dieser Zeit verfügbar. Formuliert euer Angebot so, dass die eingeladene Person weiß, was genau angeboten wird.
Wie dieser nächste Schritt mit Flurin aussehen kann, zeigt die Seite Freie Termine wiederbesetzen. Eine Besetzung hängt von einer passenden Person und ihrer Zusage ab; sie ist nicht garantiert.
Die Übergabe an die Praxissoftware klären
Digitale Aufnahme bedeutet nicht automatisch, dass ihr Kalender, Therapiedokumentation und Abrechnung ersetzen müsst. Ihr könnt einen abgegrenzten Ablauf ergänzen. Dabei muss klar sein, welches Werkzeug für welche Information maßgeblich ist.
Schreibt für einen typischen Vorgang auf, wo ihr die Anfrage prüft, wo ihr die Terminvereinbarung festhaltet und welche Angaben anschließend in das bestehende Praxissystem übernommen werden. Benennt auch, wer diese Übergabe erledigt und wie ihr bemerkt, dass sie abgeschlossen ist.
Prüft vorhandene Import-, Export- oder Schnittstellenmöglichkeiten am konkreten System. Aus einem digitalen Formular folgt keine automatische Verbindung zu jeder Praxissoftware. Eine bewusst geregelte manuelle Übergabe ist etwas anderes als eine bestätigte automatische Synchronisation.
Mit einem Testvorgang starten
Bevor das ganze Team den neuen Ablauf nutzt, spielt ihn einmal mit eindeutig fiktiven Angaben durch. Beobachtet dabei nicht nur, ob das Formular funktioniert, sondern auch, ob die nächste zuständige Person weiterarbeiten kann.
| Prüfschritt | Frage für euer Team |
|---|---|
| Eingang | Ist erkennbar, dass eine neue Anfrage vorliegt? |
| Prüfung | Ist klar, wer die Angaben durchsieht und fehlende Informationen klärt? |
| Warteliste | Finden Kolleg:innen den aktuellen Stand und die möglichen Zeiten? |
| Angebot | Unterscheidet ihr einen offenen Vorschlag von einem bestätigten Termin? |
| Übergabe | Ist festgelegt, welche Angaben ins Praxissystem gehen und wer sie überträgt? |
| Vertretung | Kann jemand den Vorgang bei Abwesenheit übernehmen? |
Beginnt mit einem überschaubaren Ablauf. Nach den ersten echten Vorgängen könnt ihr gemeinsam prüfen, wo Rückfragen geblieben sind und welche Übergabe noch unklar war. So verbessert ihr die Organisation anhand eures Praxisalltags.
Für euren Probelauf kannst du die Checkliste zur Patientenaufnahme drucken oder herunterladen. Sie hält Zuständigkeiten und offene Punkte fest, ohne Patientendaten zu erfassen.
Wo Flurin den Ablauf unterstützt
Die Anmeldung und Warteliste mit Flurin verbindet den Anmeldelink mit der Arbeitsgrundlage für das Team: Patient:innen geben Kontaktdaten, ihr Anliegen und mögliche Zeiten selbst an. Die Anmeldung erscheint in der Warteliste. Telefonische Anfragen müssen weiterhin in den Ablauf eingebunden werden, beispielsweise indem ihr den Link teilt oder die Angaben selbst erfasst.
Flurin ergänzt dabei eure bestehende Praxissoftware. Welche Aufgaben ihr in welchem System bearbeitet und wie ihr die Angaben übergebt, klärt ihr bei der Einrichtung. Einen Überblick über die zusammengehörigen Aufgaben findest du auf der Seite Praxis führen.
Ob das zu euch passt, lässt sich an einem typischen Vorgang prüfen: einer neuen Anfrage, einer offenen Rückfrage und einem späteren Terminangebot. Die aktuellen Einstiegsmöglichkeiten und Konditionen stehen auf der Preisseite.
Checkliste: Patientenaufnahme im Team organisieren
Druckbare Checkliste für Zuständigkeiten, notwendige Angaben und Übergaben in deiner Therapiepraxis. Ohne Patientendaten ausfüllen.
Praxis / Standort: ____________________ Datum: ____________________
Zuständig für den Ablauf: ____________________ Vertretung: ____________________
Nutzt das Blatt für euren gemeinsamen Aufnahmeablauf. Tragt keine Namen von Patient:innen, Diagnosen oder andere Gesundheitsangaben ein. Prüft die Schritte mit einer fiktiven Anfrage; die Checkliste ersetzt keine fachliche oder datenschutzrechtliche Prüfung.
Anfrage und Prüfung
- Eingang: Alle im Team wissen, wo neue Anfragen zusammenlaufen und wer sie prüft.
- Angaben: Für Kontakt und Terminorganisation ist festgelegt, welche Angaben erforderlich sind und welche später geklärt werden.
- Datenschutz: Zweck, Rechtsgrundlage, Informationspflichten und gegebenenfalls Einwilligung sind geklärt. Besonders bei Gesundheitsangaben sind sichere Übermittlung, Speicherung und Zugriffsrechte geprüft.
- Rückfragen: Offene Fragen, zuständige Person und nächster Schritt sind an einer gemeinsam vereinbarten Stelle erkennbar.
Warteliste, Angebot und Übergabe
- Warteliste: Verfügbarkeit, weiterer Bedarf und Interesse an kurzfristigen Angeboten werden nach einem festgelegten Ablauf aktuell gehalten.
- Angebot: Die Person erfährt, ob ein einzelner Termin oder ein regelmäßiger Platz angeboten wird und wie sie antworten kann.
- Bestätigung: Eine Zusage wird eindeutig bestätigt. Weitere Zusagen für denselben Termin werden verhindert.
- Übergabe: Es steht fest, wer Kalender, Aufnahmevorbereitung und das beteiligte Team aktualisiert beziehungsweise informiert.
- Vertretung: Eine andere Person kann am dokumentierten Stand erkennen, was erledigt ist und was noch aussteht.
- Probelauf: Eine fiktive Anfrage wurde vom Eingang bis zur bestätigten Übergabe durchgespielt; offene Punkte sind unten festgehalten.
Noch zu klären
Offener Punkt 1: __________________________________________________________
Nächster Schritt: __________________________________________________________
Zuständig: ____________________ Klären bis: ____________________
Offener Punkt 2: __________________________________________________________
Nächster Schritt: __________________________________________________________
Zuständig: ____________________ Klären bis: ____________________
Offener Punkt 3: __________________________________________________________
Nächster Schritt: __________________________________________________________
Zuständig: ____________________ Klären bis: ____________________
Offener Punkt 4: __________________________________________________________
Nächster Schritt: __________________________________________________________
Zuständig: ____________________ Klären bis: ____________________
Nächste gemeinsame Prüfung des Ablaufs: ____________________
Quelle: Flurin · Praxiswissen · flurin.app/blog/digitale-patientenaufnahme-therapiepraxis/
